What S Fappening , Fragt Hanna Rose Eine Anspielung Auf Den Neologismus Fap, Der Auf Zumeist Humoristischen Internet Plattformen Als Lautmalerischer Ausdruck F R Selbstbefriedigung Verbreitet Wird Der Begriff Steht Hier Sinnbildlich F R Die Entpathologisierung Der Selbstbefriedigung In Der Sp Tmoderne Einstmals Verp Nt Und Als Krankhaft Angesehen, Gilt Sie Nun Als Wichtiger Bestandteil Sexueller GesundheitAusgehend Von Historischen Diskursen, Modernen Entwicklungen Und Forschungsergebnissen Widmet Sich Die Autorin Der Untersuchung Qualitativer Interviews Mit M Nnern Und Frauen Ber Ihre Masturbationsbiografie Im Fokus Steht Damit Die Frage Nach Der Konkreten Einbettung In Das Sexual Leben Und Dem Subjektiven Erleben Von Selbstbefriedigung, Die Aus Soziologischer Und Sexualwissenschaftlicher Perspektive Bisher Nur Selten Als Eigenst Ndiger Forschungsgegenstand Behandelt WurdeWhat S Fappening Masturbation In The St Century An Investigation What S Fapping , Hanna Rose Asks An Allusion To The Neologism Fap, Which Is Circulating Mostly On Humorous Internet Platforms As A An Onomatopoeic Expression For Masturbation The Term Here Stands As A Symbol For The De Pathologization Of Masturbation In Late Modernity Once Frowned Upon And Viewed As Morbid, It Is Now Considered To Be An Important Ingredient Of Sexual Health Starting Out From Historical Discourses, Modern Developments And Research Results, The Author Examines Qualitative Interviews With Men And Women About Their Masturbation Biographies The Focus Is Thus On The Question Of Both The Concrete Embedding In Sexual Life And The Subjective Experience Of Masturbation, Which From A Sociological And Sexual Scientific Perspective Has So Far Rarely Been Treated As An Independent Research Object ber Selbstbefriedigung wird selten gesprochen, noch seltener geschrieben Umso berraschender ist die Ver ffentlichung des Buchs What is fappening , mit dem die Soziologin Hanna Sophia Rose Spuren in der Sexualwissenschaft hinterlassen hat Sie hat mit Hilfe qualitativer Interviews festgestellt, dass die Masturbation von allen Befragten als M glichkeit, sexuelle Lust und Erregung zu erleben schon in der fr hen Jugend gefunden wurde und zwar ebenfalls von allen vor dem Ausleben partnerschaftlicher Sexualit t S 105 Rose bemerkt, dass Selbstbefriedigung als akzeptierte Form gelebter Sexualit t seine Berechtigung hat Sie schreibt von einer von M nnern wie Frauen gesch tzten Sexualpraktik.Vor vielen Jahren ist es unvorstellbar gewesen, wenn die Selbstbefriedigung als Teil der Befreiungs und Steigerungs und Optimierungsdiskurseder Sp tmoderne beschrieben worden w re Rose ist nicht die einzige Autorin, die die Masturbation aus der Schmuddel Ecke befreit Gleichzeitig unterstreicht sie, dass der Orgasmus als sinnstiftendes Moment und legitimierender Faktor f r befriedigende sexuelle Handlungen S 21 verstanden wird.Selbstbefriedigung geh rt zum menschlichen Leben wie vieles andere auch Dies veranschaulicht Rose an vielen Stellen Sie stellt dar, was die Sexualwissenschaft in der Gegenwart dazu zu sagen hat Sie geht auf junge Menschen zu, die ihre ganz pers nlichen Geschichten zu erz hlen haben Wichtig ist, dass die Leserin oder der Leser sich niemals in der Rolle einer Voyeurin oder eines Voyeurs wiederfindet, die oder der sich quasi hinter dem Geb sch versteckt, um dem spannenden Treiben zuzusehen Rose orientiert an der Sache, gibt der eigenen Arbeit damit eine Authentizit t und Seri sit t, die sich die Leserin oder der Leser w nscht.Es gibt wohl vieles, was sich im Laufe der Jahre nicht ge ndert hat Selbstbefriedigung ist kein Thema zwischen Kindern und Eltern Die Wissensgenerierung spielt sich zwischen den Peer Groups ab Jungen haben einen gr eren Drang, sich dar ber auszutauschen als M dchen Medien, insbesondere der Konsum pornografischer Filme spielen eine nicht zu untersch tzende Rolle bei der Masturbation zumindest f r Jungen und M nner.Roses Untersuchung What is fappening ist eine spannende wie aufschlussreiche Lekt re Sie holt das mit Scham und Vorsicht besetzte Thema auf den Boden des Alltags zur ck Sie unterstreicht, wie wichtig Selbstbefriedigung f r die psychosexuelle Entwicklung eines Menschen ist In der Diskussion ihrer Studie schreibt Rose ber die individuelle Masturbationsbiographie, das subjektive Erleben und dieBedeutung im Sexual Leben S 94 Sie nennt die Selbstbefriedigung sogar eine Ressource S 94.Nachdenklich stimmt, dass Rose die Selbstbefriedigung als eine M glichkeit sieht, sich dem Leistungs und Erwartungsdruck, der gelegentlich ja auch in sexuellen Beziehung herrscht, zu entziehen Es f llt sogar der Begriff des sexuellen Wellnessprogramms S 100.Fazit Solche Studien sollte es mehr geben, um der Sexualit t einfach mehr Bodenst ndigkeit zu g nnen. Das Buch bietet einen tollen, berlegten berblick zum Forschungsstand der Selbstbefriedigung Mich berzeugt vor allem die Forschungsanalyse, die aktuellen Gedanken zur Selbstbefriedigung Auch wenn der eigenen Analyse nur wenige Interviews zugrunde liegen, ist die Analyse spannend und auf hohem intellektuellen Niveau gef hrt Sprich, schmales B ndchen, aber gute Auseinandersetzung mit dem Thema, total aktuell.